Ihr neues Ferienhaus in Castellabate (das Haus ist bereits verkauft)
Der Name Castellabate wird Ihnen, fürchte ich,
zunächst gar nichts sagen. Wenn ich hinzufüge, daß
Castellabate im wunderschönen Cilento liegt, riskiere ich immer
noch ratloses Achselzucken Ihrerseits.
Versuchen wir es also auf die Chinesische Tour - derzufolge ein Bild mehr sagt als tausend Worte.
Und nun wieder weiter mit Worten: Castellabate liegt in Kampanien, ca. 120 km südlich von Neapel, in der Provinz Salerno.
Klicken Sie zum Vergrößern auf die Karte
Neapel mit all seiner weltberühmten Faszination
liegt nahe, ist aber doch - mit all seiner Hektik, seinem Trubel
- durch ein hohes Gebirge von der Provinz Salerno getrennt. In der
Provinz Salerno wird fast derselbe Dialekt gesprochen wie in Neapel,
dennoch lebt hier ein völlig anderer Menschenschlag, ruhiger,
bedächtiger, längst nicht so quirlig wie die Neapolitaner.
Sie merken den Unterschied bereits in der Großstadt Salerno, erst
recht im ländlichen Castellabate, mit ca. 12.000 Einwohnern in allen Ortsteilen. Castellabate, damit ich das nicht zu erwähnen vergesse, liegt im Parco Nazionale del Cilento e Vallo di Diano, dem zweitgrößen Nationalpark in Italien.Der
alte (und im Gesamtbild immer noch mittelalterlich wirkende) Ort
Castellabate liegt auf einem Berg, fast 300 m über dem
Meeresspiegel, dennoch nur einen halben Kilometer Luftlinie vom
Strand entfernt. Es geht also sehr steil hinauf vom Badeort Santa
Maria zum historischen Ortszentrum. Kein Wunder, daß Sie von
dort aus einen wirklich atemberaubenden Blick auf
die Bucht von Castellabate und über den ganzen Golf von Salerno
haben.
Im Hintergrund die Halbinsel von Sorrent, die Amalfi-Küste Ihnen
zugewandt, etwas links davon - Capri.
Von Castellabate aus können Sie in den Sommermonaten - den MP3-Player mit Rudi Schurickes "Caprifischern" am Ohr - buchstäblich und wortwörtlich sehen, wie bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt.
Und wenn Sie sich umdrehen, liegt hinter Ihnen das beeindruckende
Cilento-Gebirge, mit Gipfeln bis zu 1700 m. 1700 m, das hört sich
für einen Deutschen nach sanfgeschwungenem Mittelgebirge an. Wenn
Sie aber bedenken, daß dies "echte" 1700 m sind, die sich direkt
von Meereshöhe aus erheben, dann können Sie sich vielleicht
vorstellen, daß der Cilento eher an die Alpen erinnert als an den
Bayerischen Wald oder an den Harz. Die Zugspitze etwa ist zwar fast
3000 m hoch, Garmisch-Partenkirchen an ihrem Fuße aber liegt
seinerseits bereits über 700 m hoch...
Den südlichen Abschluß der Bucht von Castellabate bildet die
Punta Licosa. Hier soll, der Sage nach, Odysseus sein berühmtes
Abenteuer mit den verführerisch singenden Sirenen bestanden haben.
J. W. Goethe, der sich fahren ließ, ("Die Italienische Reise",
1787) und J. G. Seume, der zu Fuß ging, ("Spaziergang nach
Syrakus", 1801) hatten von Neapel aus das damals erst seit kurzem
wiederentdeckte Paestum
besucht und waren aufs Äußerste beeindruckt von den dortigen
Tempeln. Derart gut erhaltene griechische Tempel findet man in
Griechenland selber nicht mehr, nur noch auf Sizilien und eben Paestum.
Sowohl für Goethe wie für Seume war Paestum der
südlichste Ort ihrer Reise auf dem italienischen Festland, beide
fuhren von Neapel aus mit Schiff nach Sizilien. Seume berichtet, er
habe eigentlich von Sachsen aus bis zum Ende des Stiefels gehen
wollen, um erst an der Straße von Messina nach Sizilien
überzusetzen. Aber... man hatte ihm schauerliche Geschichten
über den Cilento und Kalabrien erzählt, er werde dort nicht
lebend durchkommen, man werde ihn überfallen und ihm die Kehle
durchschneiden. Die Befürchtungen waren wahrscheinlich sogar
berechtigt, Fremde waren damals in dieser Gegend entweder Soldaten oder
Steuereintreiber des Königs in Neapel.
Wie auch immer, diese Zeiten sind längst vorbei. Heute läßt es sich leben im Cilento, auch als Fremder.
Paestum liegt ca. 30 km nördlich von Castellabate, 30 km südlich davon liegt Velia. In klassischer Zeit, als Süditalien noch von Griechen besiedelt war, hieß die Stadt Elea und war die Heimat von Parmenides und Zenon und ihrer Philosophenschule, den Eleaten.
Zenon von Elea narrte mit seiner Geschichte von Achilles und der Schildkröte jahrhundertelang die Philosophen, bis ihm 1959 sein Landsmann Costabile Matarazzo aus - richtig - Castellabate auf die Schliche gekommen ist.
Wenn Sie hier das Land erkunden, stoßen Sie ständig auf
Geschichte und Mythos. Kein Wunder, daß der Cilento auch die
Terra dei Miti heißt. "Vor den Menschen lebten hier die
Götter" heißt das stolze Motto Castellabates.